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Alles zur Lichtfeldkamera.

Die Lichtfeldkamera von Lytro

Lytro-Die erste Lichtfeldkamera für den Massenmarkt

Als das US-amerikanische Start-Up-Unternehmen Lytro zur Mitte dieses Jahres erstmals einer breiten Öffentlichkeit das konkrete Konzept einer neuartigen Kamera, die vollkommen ohne Fokussierung auskommt, präsentierte, ließ der entsprechende mediale Aufschrei nicht lange auf sich warten.

Zu diesem Zeitpunkt stellte sich allerdings noch die große Frage, ob das Projekt jemals tatsächlich über den Status eines Prototyps hinaus kommen sollte. Die Technologie, die für die Lichtfeldfotografie benötigt wird, haben Wissenschaftler bereits vor einigen Jahren erarbeitet, allerdings gelang es in dieser Zeit keinem Unternehmen, diese zu für den Endverbraucher attraktiven Preisen in den Fachhandel zu bringen. Das kalifornische Unternehmen Lytro hat sich auf die Fahnen geschrieben, eine für den privaten Fotografen taugliche und preislich erschwingliche Lichtfeldkamera auf den Markt zu bringen. Ziel des Unternehmens ist es, die Art, wie Menschen Bilder aufnehmen und diese erleben, für immer zu verändern. Gerne spricht Lytro in diesem Zusammenhang auch vom Beginn einer Foto-Revolution. In diesen Tenor stimmen auch zahlreiche anerkannte Experten im Bereich der professionellen Fotografie ein, die die Lichtfeldkamera und die in ihr zur Verwendung kommende Technologie für die Zukunft des Fotografierens halten, falls sich diese denn tatsächlich zu für den Endverbraucher bezahlbaren Preisen auf den Markt bringen lässt.

 

Ren Ng ist stolz auf seine Entwicklung.
Foto: Eric Cheng

Ren Ng: Der Mann an der Spitze

Der Gründer und Geschäftsführer Unternehmens, Ren Ng, gilt dabei als einer der wenigen echten Spezialisten auf dem Gebiet der Lichtfeldtechnologie, hat er doch bereits vor acht Jahren eine hochgelobte Dissertation zu diesem Thema verfasst. Im Rahmen dieser Dissertation ging es Ng nicht ausschließlich um theoretische Ansätze zum Einsatz der Lichtfeldtechnologie, vielmehr entwickelte er bereits Prototyen eines entsprechenden Aufnahmegerätes. Die Arbeit an einer Lichtfeldkamera führte Ren Ng auch nach dem Abschluss seiner Universitätskarriere weitere, so dass sich das von ihm geführte Unternehmen nun im finalen Stadium der Entwicklung einer Kamera, die ohne jegliche Scharfstellung auskommt, befindet.

Was bietet Lytros Lichtfeldkamera ihren Nutzern?

Das Gerät, welches Lytro schon in sehr naher Zukunft zumindest auf den US-amerikanischen Markt bringen möchte, soll vor allem durch den neuartigen Lichtfeld-Bildsensor überzeugen. Dieser Sensor dazu in der Lage sein, nicht nur die Intensität des einfallenden Lichts einzufangen, sondern dazu auch dessen Richtung. So zeichnet die Lichtfeldkamera von Lytro Lichtstrahlen statt Lichtpunkte auf, wodurch dem Fotografen die Herrschaft über Scharfstellung sowie Tiefenwirkung gegeben werden soll. Durch den eingesetzten Lichtfeld-Bildsensor wird es ermöglicht, den Fokuspunkt nachträglich auf jedes beliebige Bilddetail zu setzen. Genau dieses Prinzip hatte Ren Ng bereits in seiner Dissertation beschrieben. Zu diesem Zeitpunkt funktionierte die Lichtfeld-Fotografie ausschließlich im Labor, der Einsatz in Kameras für den privaten Gebrauch erschien damals noch unmöglich. Mittlerweile erscheint es aber tatsächlich realistisch, dass sich die Technologie in Kameras verbauen lässt, die zu einem attraktiven Preis im Handel angeboten werden können.

 

Völlig neue Optik

Die Geräte von Lytro unterscheiden sich bereits durch ihre Optik von allen bisher im Handel angebotenen Kameras, besitzen sie doch nicht die klassische Form eines Fotoapparates, sondern sehen vielmehr wie langgezogene Taschenlampen aus. So steckt die revolutionäre Technik im Inneren in einem Gehäuse mit den Maßen 11,2×4,1×4,1 Zentimeter. Auf einer Seite der Kamera befindet sich das Objektiv, die Rückseite der Geräte ist dagegen mit einem kleinen Touchscreen ausgestattet. Die Größe des Displays reicht zur Motivkontrolle vollkommen aus, eine Beurteilung der Bildschärfe ist dagegen nicht erforderlich, da diese sowieso erst später am Rechner erfolgt. Des Weiteren gehört es auch zum Konzept der Lichtfeldkamera des US-amerikanischen Start-Up-Unternehmens, die Anzahl der Knöpfe radikal zu reduzieren. Entsprechend muss der Anwender lediglich einen Auslöser sowie einen Regler für den Zoom bedienen. Wenn es um die Auflösung des Gerätes aus dem Hause Lytro geht, so gibt das Unternehmen statt der klassischen Anzahl der Megapixel elf Millionen eingefangene Lichtstrahlen an.

Kosten der Lichtfeldkamera von Lytro

So sollen die Lichtfeldkameras, die Lytro in Kürze auf den Markt bringen möchte, preislich in einem Bereich zwischen 399 und 499 Dollar liegen. Mit dem günstigsten Modell kann der Fotograf dank eines 8 Gigabyte großen Speicherplatzes um die 350 Bilder aufnehmen. Eine weitere, im Preis aber auch entsprechend teurere Version der Lichtfeldkamera aus dem Hause Lytro, soll es mithilfe eines doppelt so großes Speichers sogar möglich machen, bis zu 750 Aufnahmen zu machen. Allerdings wird es die Bildbearbeitungssoftware, die die Arbeit mit einer Lichtfeldkamera erst richtig interessant macht, zunächst nur für Geräte von Apple geben. Selbstverständlich plant das Unternehmen, auch eine Software-Version für die zahlreichen Windows-Nutzer auf den Markt zu bringen, dies soll allerdings erst im Laufe des kommenden Jahres geschehen.

Erfahren Sie hier mehr über den deutschen Konkurrenten Lytros, die Firma Raytrix.